Interaktive Produktpräsentation: woran Sie eine Agentur erkennen, die Industrieprodukte versteht

Eine Agentur für interaktive Produktpräsentation baut aus Ihren CAD-Daten eine browserbasierte Anwendung, in der Interessenten eine Maschine selbst erkunden: drehen, öffnen, Varianten wählen, Abläufe starten. Ob ein Anbieter das für erklärungsbedürftige Industrieprodukte kann, erkennen Sie an sechs Punkten, vom Umgang mit Konstruktionsdaten bis zur Frage, ob er Ihnen ehrlich zwei bis vier Monate Vorlauf nennt. Eine erste browserbasierte Sales-Anwendung liegt realistisch zwischen 15.000 und 40.000 Euro.
Was eine Agentur für interaktive Produktpräsentation liefert
Eine interaktive Produktpräsentation ist eine Anwendung, die im Browser läuft und in der der Nutzer selbst steuert, was er sieht. Er dreht die Maschine, blendet Baugruppen ein, wählt eine Ausführung, startet einen Prozessablauf. Das Ergebnis ist keine Bildstrecke und kein Film, sondern ein Werkzeug, das im Vertriebsgespräch, am Messestand und auf der Website dieselbe Arbeit macht: das Produkt erklären, ohne dass jemand daneben stehen muss.
Damit ist auch klar, was eine solche Agentur von einer Agentur für 3D-Visualisierung unterscheidet. Renderings und Animationen zeigen, wie ein Produkt aussieht, in einer festgelegten Perspektive und Reihenfolge. Die interaktive Präsentation lässt den Betrachter eingreifen. Beides baut auf denselben 3D-Daten auf, und oft entsteht beides in einem Projekt, etwa wenn aus einer 3D-Visualisierung für Maschinenbau und Industrie später die interaktive Anwendung wird. Wer aber eine Anwendung braucht, mit der der Vertrieb arbeitet, braucht einen Anbieter, der von der Anwendung her denkt und nicht vom Bild. Wie das in umgesetzten Projekten aussieht, zeigt unsere Seite zur interaktiven Produktpräsentation für die Industrie.
Sechs Kriterien, an denen Sie Eignung erkennen
1. Die Agentur arbeitet aus Ihren CAD-Daten. Grundlage der Projekte sind in der Regel vorhandene Konstruktionsdaten. Ein Anbieter, der als Erstes eine Neumodellierung vorschlägt, hat entweder keine Erfahrung mit Industriedaten oder verkauft Ihnen Aufwand, den Sie nicht brauchen. Die eigentliche Arbeit liegt in der Reduktion: Ein Konstruktionsmodell mit tausenden Bauteilen muss auf das heruntergebrochen werden, was im Browser sichtbar sein soll, ohne dass die Maschine dabei falsch aussieht. Fragen Sie, wie der Anbieter mit Ihren Daten umgeht und was er dafür von Ihrer Konstruktion braucht.
2. Die Anwendung läuft im Browser, ohne Plugin und ohne App. Eine Präsentation, die einen Download verlangt, wird auf der Messe nicht geöffnet und beim Kunden nicht installiert. Der Browser ist die einzige Plattform, die auf dem Touch-Display am Stand, dem Tablet im Außendienst und der Website gleich funktioniert. Wenn ein Anbieter für jeden dieser Fälle eine eigene Lösung anbietet, bezahlen Sie dreimal.
3. Sie pflegen die Inhalte selbst. Produkte ändern sich, Varianten kommen dazu, Texte müssen in eine weitere Sprache. Inhalte lassen sich über ein CMS selbst pflegen, statt für jede Änderung eine Agentur zu beauftragen. Fragen Sie konkret, was Sie nach der Übergabe ohne den Anbieter ändern können und was nicht. Eine Präsentation, die nach einem Jahr veraltet ist, weil jede Anpassung ein Angebot braucht, war zu teuer, egal was sie gekostet hat.
4. Die Agentur fragt nach Ihrem Vertriebsgespräch, nicht nach Ihrem Wunschbild. Eine gute Agentur will wissen, was Ihr Vertrieb heute im Gespräch immer wieder erklären muss, wo Interessenten aussteigen und welche Frage am Messestand am häufigsten kommt. Daraus entsteht die Anwendung. Wer stattdessen zuerst über Kamerafahrten und Lichtstimmung spricht, baut Ihnen einen Film mit Klickpunkten. Der Maßstab ist einfach: Was muss der Vertrieb nach dem Projekt weniger erklären? Was das für die Organisation des Vertriebs bedeutet, beschreiben wir auf unserer Seite zum Sales-Enablement für erklärungsbedürftige Produkte.
5. Sie bekommen eine ehrliche Zeitplanung. Für ein gutes interaktives Sales-Tool sind rund zwei bis vier Monate Vorlauf realistisch. Der größte Teil dieser Zeit geht nicht in die 3D-Darstellung, sondern in Abstimmung: Welche Varianten, welche Abläufe, welche Texte. Ein Anbieter, der Ihnen sechs Wochen vor der Messe eine vollständige Anwendung zusagt, wird entweder die Qualität oder den Termin nicht halten. Misstrauen Sie Zusagen, die Sie gern hören.
6. Die Referenzen kommen aus Ihrer Welt. Eine Präsentation für ein Konsumprodukt und eine für eine Verpackungsanlage sind zwei verschiedene Aufgaben. Achten Sie darauf, ob der Anbieter Maschinen, Anlagen oder Komponenten mit technischen Abhängigkeiten gezeigt hat, und ob die Referenzen öffentlich einsehbar sind. Bei uns finden Sie sie im Showcase und auf der Seite zur interaktiven Produktpräsentation, unter anderem einen Anlagenkonfigurator für Tunnelbohrtechnik und animierte Dosierprozesse für Verfahrenstechnik.
So läuft ein Projekt ab
Der Ablauf ist bei seriösen Anbietern ähnlich, die Gewichtung verrät viel über die Erfahrung.
Am Anfang steht ein Gespräch über Vertrieb und Produkt, nicht über Technik: Wer nutzt die Anwendung, in welcher Situation, mit welchem Ziel. Daraus entsteht ein Konzept, das festlegt, was interaktiv sein muss und was ein vorgerendertes Video besser erledigt. Beides in einer Anwendung zu kombinieren ist üblich: die komplette Maschine als hochwertiges Video, ausgewählte Baugruppen interaktiv.
Dann werden die CAD-Daten aufbereitet. Das ist der Schritt, den viele Anbieter unterschätzen und der über die Ladezeit im Browser entscheidet. Parallel entstehen Texte, Sprachvarianten und die Logik, welche Auswahl welche Ansicht auslöst. Ein einmal aufbereitetes 3D-Modell ist danach wiederverwendbar, für Katalogbilder, Animationen, Konfiguratoren und AR-Anwendungen. Diese Wiederverwendung ist der eigentliche wirtschaftliche Hebel des Projekts.
Zum Schluss kommt die Übergabe ins CMS mit Einweisung. Ab hier sollten Sie ohne die Agentur arbeiten können. Wenn der Anbieter diesen Schritt nicht von sich aus anspricht, fragen Sie nach.
Lieber Beispiele als Kriterien?
Interaktive Produktpräsentationen aus Maschinen- und Anlagenbau, von der Anlagenkonfiguration bis zum animierten Dosierprozess.
Was eine interaktive Produktpräsentation kostet
Eine erste browserbasierte Sales-Anwendung auf Basis einer etablierten Plattform liegt realistisch im Bereich von 15.000 bis 40.000 Euro, je nach Umfang und Integrationsaufwand. Was den Preis treibt, ist selten die Bildqualität, sondern die Zahl der Varianten und Abläufe, der Zustand der CAD-Daten und die Anbindung an Ihre Systeme. Als Faustregel für den laufenden Betrieb gilt ein jährlicher Wartungsaufwand von rund 15 bis 20 Prozent der Entwicklungskosten.
Eine erste Größenordnung für Ihr Vorhaben liefert der Budget-Rechner. Wenn Ihr Produkt konfigurierbar ist und der Interessent am Ende eine konkrete Ausführung anfragen soll, geht es in Richtung 3D-Produktkonfigurator, mit eigenen Kostentreibern.
Agentur, Renderstudio oder Werbeagentur
Drei Anbietertypen begegnen Ihnen bei der Suche, und jeder ist für etwas gut.
Renderstudios und Animationsdienstleister liefern Bilder und Filme in hoher Qualität, oft schnell und zu attraktiven Preisen. Wenn Sie Katalogbilder oder einen Produktfilm brauchen, sind Sie dort richtig. Interaktion ist nicht ihr Geschäft.
Werbe- und Digitalagenturen denken in Kampagnen und Websites. Sie können eine interaktive Präsentation einbetten und bewerben, bauen sie aber selten selbst, weil der Umgang mit CAD-Daten und technischer Variantenlogik eine andere Kompetenz ist.
Eine Agentur für interaktive Produktpräsentation sitzt dazwischen: Sie bringt die 3D-Kompetenz mit, denkt aber vom Vertriebswerkzeug her. Fragen Sie jeden Anbieter, wer bei ihm die CAD-Aufbereitung macht und wer die Anwendungslogik baut. Die Antwort sortiert schnell.
Die richtige Agentur erkennt man an den Fragen, die sie stellt
Ein Anbieter, der Ihre Konstruktionsdaten sehen will, nach dem Messestand und dem Außendienst fragt und Ihnen sagt, was Sie danach selbst pflegen können, hat verstanden, worum es geht. Einer, der zuerst ein Moodboard schickt, nicht. Für Messe-Exponate, die vordefinierte Maschinen zeigen und erklären, setzen wir auf unsere Präsentationsplattform DIE BOX; wo der Interessent selbst konfigurieren soll, kommt ein Konfigurator daneben. Welche Form für Ihr Produkt passt, klären wir in einem Gespräch, und wenn es sich nicht lohnt, sagen wir das auch.
FAQ: häufige Fragen zur Agentur-Auswahl
Passt das zu Ihrem Produkt?
Wir schauen uns Ihr Produktprogramm und Ihre CAD-Daten an und sagen Ihnen offen, ob und wie sich eine interaktive Präsentation dafür lohnt.