Serviceschulung aus CAD-Daten: vom Modell zum Ablauf an der Maschine
Kai Wissmann
Leiter Marketing & Vertrieb

Eine Serviceschulung aus CAD-Daten ist ein geführter Ablauf für Wartung oder Einweisung an einer Baugruppe. VISIONSBOX baut ihn aus den vorhandenen Konstruktionsdaten und der bestehenden Anleitung des Herstellers, und Servicetechniker:innen wie neue Kolleg:innen gehen die Schritte im Browser und offline an der Maschine durch. Ein Lernmanagementsystem mit Lernnachweis ist der Ablauf nicht.
Inhalt und Konformität der Anleitung bleiben bei Ihrer technischen Redaktion und in Ihrem Redaktionssystem. Übungen und personenbezogene Lernnachweise gehören in Ihr Lernmanagementsystem. Welche Technik der Ablauf bekommt, ob Bilder, Video, Echtzeit-3D oder Augmented Reality, entscheidet das Konzept und nicht ein Standardprodukt. Eine Schulungsplattform von der Stange steht dahinter nicht, bisher sind das individuell entwickelte Projekte.
Womit erklären Sie heute einen Schritt hinter der Abdeckung?
Wenn Sie den Service oder die Akademie leiten, prüfen Sie es an einem einzigen Vorgang. Welcher Wartungsschritt an Ihrer Maschine wird am häufigsten falsch gemacht, und womit erklären Sie ihn heute? Mit dem PDF und einem Anruf bei der erfahrenen Kollegin? Bei verdeckten Bauteilen zeigt das PDF eine Explosionszeichnung, die Reihenfolge und die Handgriffe stehen daneben im Text, und wer neu ist, setzt beides im Kopf zusammen. Bei der Maschineneinweisung beim Kunden im Ausland fehlt dann noch die Sprache. Dieser eine Schritt ist der Ablauf, mit dem ein Pilot beginnt.
CAD-Daten sind der Rohstoff, der Ablauf fehlt
Grundlage unserer Projekte sind in der Regel vorhandene CAD-Daten aus der Konstruktion. Daraus entstehen Schnittansichten und Animationen. Die Konstruktion zeigt, wie die Baugruppe aufgebaut ist, nicht, in welcher Reihenfolge jemand sie zerlegt und was vorher abzusichern ist. Diese Schritte kommen aus Ihrer Anleitung und aus Ihrem Service.
Zwei Ausgangslagen gibt es. Entweder liegen schon aufbereitete 3D-Modelle vor, etwa aus einer Messeanwendung, dann verwenden wir sie weiter, denn ein einmal erstelltes 3D-Modell taugt auch für Animationen, weitere Ansichten und AR-Anwendungen. Oder es gibt nur die Konstruktionsdaten, dann bereiten wir die Baugruppe für Schnitte und Kameraflüge auf. Wie diese Aufbereitung für Echtzeit-3D im Vertrieb aussieht, beschreibt der Beitrag von CAD-Daten zum Browser-Tool.
So entsteht ein Schulungsschritt aus dem Modell
Einen solchen Ablauf bauen wir je Projekt neu auf, im Piloten für eine Baugruppe.
- Vorgang festlegen. Eine Baugruppe, ein Vorgang, zum Beispiel der Wartungsschritt aus der Frage oben. Ihr Service benennt die Schritte und die Stellen, an denen in der Praxis Fehler passieren.
- Ansichten erzeugen. Je Schritt entsteht aus den CAD-Daten die Ansicht, die den Handgriff erklärt, als Schnitt oder Explosionsansicht für das, was am realen Gerät verdeckt ist, mit Hinweisen an den richtigen Stellen. Ob ein Bild reicht, eine Animation den Ablauf zeigt oder der Schritt in Echtzeit-3D drehbar sein soll, legen wir im Konzept fest. Mit Augmented Reality lässt sich der Schritt direkt an der Maschine einblenden, auf dem Smartphone oder Tablet, das Ihre Techniker:innen ohnehin dabeihaben. Virtual Reality kommt für die Schulung abseits der Maschine in Frage, und wir planen sie ein, wenn die Brillen am Schulungsort verfügbar sind.
- Texte anlegen und bereitstellen. Je Schritt ein Text im CMS, je Sprache eine Textversion. Der Ablauf läuft im Browser, offline mit lokal bereitgestellten Inhalten und per QR-Code an der Maschine. Inhalte für Techniker:innen und Händler liegen auf Wunsch hinter einem geschützten Zugang.
Was dieselbe Aufbereitung für Montage und Betriebsanleitung leistet, steht auf der Leistungsseite digitale Anleitungen für Montage, Service und Schulung.
Die Bausteine in drei Projekten
Für HOFFMANN Maschinenbau haben wir eine Filtermaschine für Kühlschmierstoffe als interaktive Anwendung auf Basis unserer browserbasierten Plattform DIE BOX umgesetzt, mit 3D-Schnittansichten und animierten Filterprozessen für Details, die am realen Gerät nicht einsehbar sind. Ausgelegt ist sie für Messen, Vertrieb, Schulungen und Web (Showcase HOFFMANN).
Die ZIMMER Group brauchte für Service und Endkundendokumentation mehrsprachige Anleitungen, ohne für jede Sprache ein neues Video zu produzieren. Pro Anleitung gibt es ein sprachunabhängiges Video, die Texte je Sprache werden zu definierten Zeitpunkten eingeblendet und im CMS gepflegt. Offline synchronisiert laufen die Anleitungen auf Smartphone und Tablet im Service-Einsatz (Showcase ZIMMER). Wie das Prinzip „ein Video, viele Sprachen“ im Detail funktioniert, steht im Beitrag zur digitalen Montageanleitung.
Für BERBEL ist eine Plattform entstanden, die Händlern und dem Vertrieb den Produktkatalog und Schulungsmaterial bereitstellt, online und offline, für den B2B-Vertrieb und die interne Weiterbildung (Showcase BERBEL Akademie).
Alle drei sind individuell entwickelte Projekte, jedes mit der Technik, die zum Konzept passte. Einen Serviceschulungs-Ablauf aus CAD-Daten setzen wir im Piloten aus dem zusammen, was dort läuft: Schnittansichten und animierte Abläufe, Texte je Sprache aus dem CMS, Inhalte online und offline.
Schulungsinhalte für Händler, online und offline
Wie BERBEL Produktwissen und Schulungsmaterial für Händler und Vertrieb bereitstellt.
Was Sie für den Piloten liefern und was danach steht
Sie liefern die CAD-Daten der Baugruppe, die bestehende Anleitung und die Sprachen, die Sie brauchen, dazu eine Durchsprache mit Ihrem Service über den Vorgang und die Stellen, an denen es hakt.
Danach steht ein Ablauf mit Ansichten und Texten im Browser, ein QR-Code für die Maschine, eine Offline-Kopie für das Tablet und der Zugang zum CMS, in dem Ihr Team Texte und Sprachen selbst pflegt, statt für jede Änderung eine Agentur zu beauftragen. Ändert sich das Bild, produzieren wir den Ablauf einmal neu, für alle Sprachen zugleich. Ob der Ablauf fachlich stimmt, prüft Ihr Service oder Ihre Redaktion vor dem Einsatz.
Wer nur einen Teilnahmenachweis für eine Pflichtunterweisung braucht, ist mit dem eigenen Lernmanagementsystem besser bedient als mit uns. Wer erklären muss, was hinter einer Abdeckung passiert, kommt mit der Explosionszeichnung im PDF nicht weit. Dafür ist der Pilot gedacht, und mehr als eine Baugruppe braucht er am Anfang nicht.
FAQ zur Serviceschulung aus CAD-Daten
Meist nicht von Grund auf. Grundlage sind Ihre CAD-Daten aus der Konstruktion, der Aufwand liegt in den Ansichten je Schritt. Neue Modelle braucht es für Bauteile, zu denen keine verwertbaren Daten existieren.
Ja, die Inhalte lassen sich auf dem Tablet oder PC lokal bereitstellen und synchronisieren sich, sobald wieder eine Verbindung besteht. Bei ZIMMER laufen die Anleitungen so im Service-Einsatz.
Nein. Ihre Redaktion legt Inhalt und Konformität fest, wir bereiten die Abläufe aus CAD-Daten und Anleitung auf und stellen sie bereit. Was die Maschinenverordnung ab 2027 für die digitale Betriebsanleitung erlaubt, erklärt unser Ratgeber zur digitalen Betriebsanleitung.
Sie sehen, welche Schritte genutzt werden. Einen personenbezogenen Lernnachweis gibt es nicht.
Das entscheidet das Konzept. Für manche Schritte reichen Bilder aus den CAD-Daten, andere brauchen eine Animation, und wo jemand die Baugruppe drehen muss, bauen wir Echtzeit-3D. Augmented Reality läuft auf dem Smartphone oder Tablet, Virtual Reality eignet sich für Schulungen abseits der Maschine, wenn die Brillen am Schulungsort verfügbar sind.
Das Konstruktionsmodell selbst kommt nicht in den Browser. Bilder und Videos rendern wir aus den CAD-Daten vor. Kommt Echtzeit-3D zum Einsatz, ist das Modell stark reduziert und enthält keine kritischen oder geheimen Details. Die CAD-Daten brauchen wir für die Aufbereitung.
Pilot mit einer Baugruppe besprechen
Zeigen Sie uns eine Baugruppe, die Anleitung dazu und Ihre CAD-Daten. Wir sagen Ihnen, welcher Ablauf sich daraus für Service und Schulung aufbauen lässt und was Sie dafür vorbereiten müssten.
Kein Verkaufsgespräch, ehrliche Einschätzung.